4A Fremd sein

 
CWES

 

14. August - 20. August 2017

Geöffnet für Studierende und Promovierende
mit sehr guten Deutschkenntnissen

 Kreis3 Open to students and doctoral students
with sufficient German skills

Seminarsprache: Deutsch

 

  Course language: German

Klick a

 

Fremd sein. Heimat suchen. Zusammen leben.
Christsein im 21. Jahrhundert.
Ökumenische Perspektiven zum Reformationsjubiläum II

  Being alien. Seeking Heimat (home). Living together.
Being Christian in the 21th century.
Ecumenical perspectives on the Reformation anniversary II

„Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde.“ (Gen 12,1) So lautet das erste Wort Gottes an Abraham, den Stammvater des Judentums, des Christentums und des Islams. Von den Weggeschichten einer Nomadenreligion über das Befreiungserlebnis des Exodus bis hin zur Mahnung an die sesshaft Gewordenen, die Fremden gastfreundlich aufzunehmen, reichen die Zeugnisse von Fremdheit und Heimatsuche im Ersten Testament. Diese Option ist zentral auch für den jüdischen Wanderprediger Jesus aus Nazareth. Gastfreundschaft und Weggemeinschaft gehören zu seinem Erfahrungsschatz. Von Anfang an ist das Christentum mit dem Aufbruch in eine ‚andere Welt‘ (Hebr 13,14) und dem Wissen um die Vorläufigkeit des Gegenwärtigen vertraut. Das Christentum sieht sich zu einer gastfreundlichen Sorge für die Fremden herausgefordert, mit denen sich Gott selbst identifiziert. Was bedeutet es für Glaubende im 21. Jahrhundert, als Grenzgängerin oder Grenzgänger unterwegs zu sein, mit verschiedenen Welten vertraut und gleichzeitig in ihnen fremd zu sein? Welche gesellschaftskritischen Implikationen liegen in der Glaubenserfahrung, nur Gast auf Erden zu sein? Was lernen europäische Christinnen und Christen von den Fluchterfahrungen und der leidvollen Heimatlosigkeit unzähliger Menschen und welche Entfremdungsfolgen hat eine Kultur der Gastfreundschaft für diejenigen, die sie gegenwärtig in unserer Gesellschaft zu leben suchen?

In dem interdisziplinären Seminar wollen wir uns mit biblischen und zeitgenössischen Erfahrungen von Fremdheit, Heimatsuche und Zusammenleben beschäftigen, sie mit Blick auf die persönlichen, kirchlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen bedenken und hoffen auf eine streitbare Diskussion.

 

 

“Leave your country, your family, and your relatives and go to the land that I will show you” (Gen 12:1). This is the first word God says to Abraham, the patriarch of Judaism, Christianity and Islam. The First Testament tells us stories of being alien and seeking Heimat; it tells of a nomad religion travelling, the liberation experience of the Exodus, but is also the reminder to those who have settled, to welcome foreigners as their guests. This option is also central to the Jewish itinerant preacher Jesus of Nazareth. Hospitality and companionship while traveling are part of his everyday experience. From early on, Christianity was familiar with the departure to a different world, or “the city that is to come” (Heb 13:14), and the knowledge of the tentativeness of the present. Christianity is challenged by this concept of hospitality and care for strangers, with whom God identifies. What does it mean for believers in the 21th century – frequently crossing borders – to be familiar with different worlds but being alien to them at the same time? Which socially critical implications lie in faith experience of only being a guest on earth? What do European Christians learn from refugee experiences and the sorrowful homelessness of innumerable people? What consequences of alienation does a culture of hospitality have for those that are seeking to live in our society?
In this interdisciplinary course, we want to focus on biblical and contemporary experiences of being alien, seeking Heimat and living together. We will analyze these topics in terms of their personal, church and social consequences, and in a hopefully lively discussion.





Die Seminarleitung liegt bei Dr. Siegfried Kleymann (Cusanuswerk), Dr. Kerstin Söderblom (Evangelisches Studienwerk) und einem ökumenischen Team von Stipendiatinnen.

Dr. Siegfried Kleymann ist katholischer Priester und Geistlicher Rektor im Cusanuswerk. Er ist verantwortlich für geistliche Begleitung, Exerzitien und theologische Fortbildung im Cusanuswerk.

Dr. Kerstin Söderblom ist evangelische Pfarrerin und Studienleiterin des Evangelischen Studienwerks in Villigst. Sie ist verantwortlich für Kirchliche Kontakte und das geistliche Programm im Evangelischen Studienwerk. 

 

The course will be led by Dr. Siegfried Kleymann (Cusanuswerk), Dr. Kerstin Söderblom (Protestant Studienwerk) and an ecumenical team of scholarship holders.

Dr. Siegfried Kleymann is a Catholic priest and spiritual rector at the Cusanuswerk, responsible for spiritual accompaniment, retreats and theological courses.

Dr. Kerstin Söderblom is a Protestant minister and programme director at the Protestant Studienwerk, responsible for its church contacts and spiritual programme.