Persönliche Resümees

Resümee Albert Henz
Vorsitzender des Aufsichtsrats des Evangelischen Studienwerks Villigst

Portrait Albert Henz

Eindrücke von der Summer School

Ein paar Tage war ich da, beim Reforma­tionssommer in Wittenberg. Ich staunte über die volle Stadt, den Besuch der ­Luther-Stätten des Assisi-Panoramas und der Ausstellung Luther und die Avantgarde im alten Gefängnis. Weniger stark besucht (man konnte das auch nicht alles ­schaffen) waren die tollen Pavillons und Gestaltungen im Bereich des Stadtwalls. Zu Themen, mit denen die Kirche die ­Reformation aktualisiert.

Völlig stark und gut besucht waren die Konfi-Camps und, natürlich, unsere Summer School. Unsere schreibe ich selbst­bewusst, weil nach einer Initiative von ­Minister Prof. Dr. Robbers, damals Kultusminister in Rheinland-Pfalz, die Feder­führung für dieses Projekt in der Hand ­unseres Studienwerkes lag. Und alle Begabtenförderwerke beteiligten sich ­sowie die EKD, der Verband der Evange­lischen Studierendengemeinden, das ­Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Friede Springer Stiftung, die Stiftung Mercator, die Volkswagen Stiftung und viele weitere Partner. Einen Abend auch ich. Es war die Genderwoche der Weltausstellung. Englischsprachig ­hatte ich zwei Tischrunden mit jungen Studierenden fast aller Disziplinen und aus vielen Teilen der Welt. Wir kamen schnell ins Gespräch, wie man in der ­Kirche heute mit diesen Themen umgeht, und es wurde fast zu einer intensiven ­hermeneutischen Bibelarbeit. Es war dicht, es war interessant und das wurde auch am Abend von den jungen Leuten hin und her getwittert.

Ein tolles Projekt! Für mich ein Beweis dafür, dass junge Menschen durchaus auf Fragen des Glaubens anzusprechen sind, wenn man ihnen entsprechend Raum gibt und mit ihnen im Dialog umgeht. Das hat die Summer School getan und bewiesen. Darin liegt ein nicht hoch genug zu achtender Wert. Und wenn kleinformatig etwas davon weitergeht, dann bin ich außerordentlich dankbar.

 

Resümee Anna Kiss
Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes
und Teamerin bei der Summer School

Portrait Anna Kiss

Die Summer School – eine gute Erfahrung

Diesen Sommer habe ich unter allen Sommerevents der Studienstiftung die vielleicht schönste Erfahrung machen dürfen. Ich habe mich als freiwillige Helferin für die Summer School des Evangelischen Studierendenwerks Villigst in Wittenberg zum Thema Es reicht. Was mich angeht gemeldet. Die Lutherstadt hatte sich wirklich herausgeputzt. Ehemalige DDR-grau gestrichene Hausfassaden wurden in allen erdenklichen Farben getüncht, es war so viel los wie an einem sonnigen Nachmittag auf dem Hamburger Jungfernstieg oder auf der Reeperbahn nachts um halb eins. In der Summer School selbst kamen jede Woche ca. 150 Stipendiatinnen und Stipendiaten der unterschiedlichsten ­Förderwerke in Deutschland zusammen und auch des DAAD, darunter viele Internationale. Die Summer School war im Stil einer Sommerakademie gehalten und hat viel gearbeitet, aber auch viel Freude und Austausch zwischen den Nationalitäten, Kulturen und Religionen gespendet.

Ich durfte in einem kleinen Team aus fünf anderen Studierenden dort organisieren helfen, dazu zählten vor allem Dinge wie Beamer verkabeln, Räume mit Tischen ausstatten, Seminarleitungen unterstützen und Teilnehmende einchecken. Besondere Highlights waren die Tischgespräche mit u. a. Margot Käßmann, das Kunstwerk Asisi Panorama zur Reformation, Radtour an der Elbe, Baden in der Elbe und die abendlichen »MuTe«. MuTe steht für Musik und Text und beschreibt ein Format, das an eine Andacht angelehnt ist, aber doch ganz anders gestaltet werden kann. Auch wirklich bewegend war der Vortrag und die Diskussionsrunde mit Professor Zimmermann zum Thema RAF in der Studienstiftung.

Leider werden meine Berichte niemals so literarischen Wert haben wie die von ­Gudrun Ensslin, aber dafür habe ich auch nicht vor, mich in naher oder ferner ­Zukunft zu radikalisieren. Wenngleich ich nicht viel von den Teilnehmenden erlebt habe, kann ich doch sagen, dass das ­Seminar zum Thema Erweckungsfrömmigkeit produktiv und sehr selbstständig ­gearbeitet hat, auch als der Dozent ­wegen Krankheit kurzfristig nicht er­scheinen konnte. ­Außerdem konnte ich echte Freundschaften unter den anderen Helfenden finden. Zehn Tage Tische ­schleppen schweißt schon gewisser­maßen zusammen.

  

Resümee Viola Schubert-Lenhardt
Dr. habil. Viola Schubert-­Lehnhardt ist Dozentin und Autorin zu Fragen
von Frauen- und­ Geschlechterforschung, Gesundheits­politik und ­medizinischer Ethik

Portrait Viola Schubert Lehnhardt

Wittenberg im 500. Jahr der Reformation

Schon die Ankunft in dieser Stadt war grandios – nicht nur durch die weithin zu sehende Bibel, sondern auch durch die Neugestaltung des Bahnhofs und seines Umfelds. Als langjährige Bahnfahrerin nach Wittenberg ist mir dies zuerst wohltuend aufgefallen. Und in der Stadt ging es mit einer tollen Atmosphäre und An­geboten weiter. Noch mit dem Rollkoffer (d. h. vor dem Einchecken ins Hotel) bin ich als Erstes in das mittelalterliche Wittenbergpanorama gegangen. Das musste einfach sein. Zum Glück lag die Darstellung der Situation der Bootsflüchtlinge dann neben meinem Hotel, so dass ich mich dann doch überwinden konnte, erst mal ins Hotel zu gehen und dann weiterzuschauen …

Nachmittags dann ein herzlicher Empfang durch Mitglieder des Orgateams der ­Summer School in der Jugendherberge (auch dieses Ensemble ist wunderbar geworden) und erster Teil des Seminars mit Studentinnen der verschiedensten Fachrichtungen und Stiftungen zu einem ­medizinethischen Thema. Die Erfahrung mit Teilnehmerinnen aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen, zu einem Fach­thema zu diskutieren war auch für mich neu und inspirierend. Abends gab es viel Zeit zum Austausch mit anderen Teil­nehmerinnen und Besucherinnen Wittenbergs – oder einfach zum weiteren Ge­nießen der Wittenberger Spezialitäten …

Der zweite Seminartag begann pünktlich und vollzählig – auch das eine nahezu neue Erfahrung nach fast 40-jähriger Lehrtätigkeit! Wie immer war am Ende die Diskussionszeit zu kurz – jedoch warteten in Wittenberg eine Reihe anderer Aktivi­täten, die mich dies verschmerzen ließen.

 

Resümee Team

Portrait Team

Organisatorisches Rückgrat der Summer School

Predigerseminar, Schlosskirche und Jugendherberge bildeten in Wittenberg ein wunderbares Ensemble und einen Hof für die Summer School. Diesen Hof füllte die Summer School vier Wochen mit ­Leben und Diskussionen. Noch bevor die Teilnehmerinnen der Summer School den Hof in Beschlag nahmen, verwandelten wir die Jugendherberge in ein Tagungshaus. Am Anfang hieß es also Stühle ­rücken, Tische stellen, die Technik ­aufbauen, Flipcharts stellen und ein Büro ­einrichten. Nachdem die Tagungs­infrastruktur stand, reisten die ersten ­Teilnehmerinnen der Summer School aus dem In- und Ausland an.

Wir begleiteten die Teilnehmerinnen durch die Seminarwochen: angefangen mit der Koordination der Anmeldung über die Einführung in das reichhaltige Programm des Reformationsjubiläums bis zur Begleitung der Teilnehmerinnen. Über die vier Wochen der Summer School etablierte sich so auf dem Hof ein internationaler Campus. Wir, das Team, boten als ­Ergänzung zu den wissenschaftlichen ­Seminaren und den vielen Angeboten des Reformationsjubiläums Ausflüge, Morgen-Yoga, Andachts- und Abendabschluss­angebote an. Außerdem wurden gemeinsame Abende mit Tischreden, Vorträgen und Feiern organisiert. Diese Angebote ermöglichten einen intensiven Austausch über den Rahmen der Seminare hinaus. Der Rahmen der Summer School er­möglichte auf diese Weise das Kennenlernen und Gespräche zwischen verschiedenen Förderwerken, Nationalitäten, Konfes­sionen, Studienrichtungen und ­Interessen.

Das Summer-School-Team war dabei ­zunächst das organisatorische Rückgrat der Summer School, das eine Tagungs­infrastruktur und den Tagungsbetrieb ­innerhalb des reformatorischen Ensembles ermöglichte. Wir setzen uns aus Stipendiatinnen der verschiedenen Begabten­förderwerke zusammen. Es spiegelte so im Kleinen die Vielfalt der Teilnehme­rinnen. Darüber hinaus waren wir ein wichtiges Verbindungsglied zwischen den einzelnen Seminaren und Gruppen auf dem Campus. Diese Verbindung ermöglichte, dass die Summer School viel mehr war als nur ­Seminare, die nebeneinander stattfanden, sondern dass eine große Gemeinschaft entstand, in der Begegnungen und kritischer Austausch möglich wurden.

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